IRON SAW BLADE
Soulbound (GER), Pinhead (GER)
Präsentiert von Rockfact Music Club & Jaunty Productions
Rockfact Music Club, Münchenstein, Schweiz – 01.05.2026
Letztes Jahr durfte die deutsche Metalband Soulbound als Special Guest ihre
Lands Männer von Mono Inc begleiten. Dabei spielten sie im ausverkauften
Z-7 in Pratteln. 2026 brachten sie ihr Album „sYn“ raus und um dieses Werk
zu promoten, gingen sie auf eine Headliner Tour. Als Special Guest wurde
Pinhead aufgenommen. Am Tag der Arbeit legten sie für ein einziges
Schweizer Konzert einen Halt im Rockfact Music Club in Münchenstein ein.
Ganz klar, dass man diesen Event sich nicht entgehen lassen durfte. Anstatt
auf Demos zu gehen, geht man lieber an ein Metal Konzert. Dort ist es weni-
ger gewalttätig und die Stimmung besser. Nach dem Genuss vom schönen, sonnigen Wetter traf ich vor dem Rockfact
Music Club ein und sah eine lange Schlange von wartenden Metallern. Dies zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. Der
Einlass wurde um Punkt 19 Uhr gewährt. Nach dem Eintreten ging es direkt zur Bar, um sich mit Flüssigkeit zu versorgen
und der Dehydrierung entgegen zu wirken. Ferner konnte man dadurch einen Blick auf die Bühne werfen. Um 20 Uhr
durfte Pinhead den Abend musikalisch einweihen. Ich kannte sie überhaupt nicht, aber die Figur Pinhead war mir wegen
den „Hellraiser“ Horrorfilmen ein Begriff. Hinter Pinhead steht ein eigenwilliges und einzigartiges Kunstprojekt, dessen
alleiniges Mitglied Multiinstrumentalist, Produzent, Songwriter & Sänger Ilja John Lappin ist. Es ist ein Ventil für seine
Gefühls- und Gedankenwelt. Ich war gespannt wie sich mir diese Kunstform offenbaren würde. Ein Intro erklang,
Kunstnebel kam aus den Maschinen und die Bühne färbte sich rot. Sänger Ilija John Lappin kam zuerst auf die Bühne,
seine Kollegen kamen nacheinander und nahmen ihre Positionen ein. Dann kam die volle Ladung Industrial modern
metalcore. Ilija sprach nach dem ersten Lied zu den Zuschauern „Hey Rockfact Zuschauer wir sind Pinhead aus Berlin
und Hannover und es freut uns heute Abend hier zu sein“. Der Sound fiel sehr abwechslungsreich aus und sehr sphärisch
zwischendurch. Die elektronischen Beats fügten sich ein und die Gitarrenriffs von Florian Flescher waren sauber und
präzise gespielt. Bassist Mark Andrejkovits integrierte den Groove. Schlagzeuger Simon Schröder trat in die Pedale und
überzeugte mit seiner Spielart. Die melancholischen Texte aus Ilijas Gefühls- und Gedankenwelt wurden spannend und
mit viel Gefühl widergegeben. Er sang klar und überzeugte mit Bühnenpräsenz und einer sympathischen Art. Allerdings
zeigte er auch seine härtere Facette mit Growlen. Obwohl der Platz auf der Bühne nicht gross war, gab es Seitenwechsel
der Mitglieder. „Wir sind heute Abend zum ersten Mal in der Schweiz und wir möchten uns bei euch für euren herzlichen,
warmen Empfang danken. Die Deutschen könnten sich davon eine Scheibe abschneiden“. Alleine für diese Aussage
erntete er viel Applaus. Breakdowns wurden ebenfalls zwischendurch in den Sound integriert. Der Schwerpunkt lag auf
der Promotion ihres Albums „Egomessiah“. „Wir sind daran an einem neuen Album fertigzustellen. Es wird „Beauty in
Pain“ heissen und davon hört ihr jetzt dieses Lied.“ Ein cleverer Schachzug den Zuschauern einen noch unveröffentlichten
neuen Song vorzustellen und dadurch die Lust auf das zweite Werk zu wecken. Im Vorfeld des Konzertes nahmen
Soulbound und Pinhead den gemeinsamen Song „Lament Box“ auf, welcher regelrecht abgefeiert wurde. Nach „Beauty
in Pain“ holte Ilija ein Cello in der Mitte des Liedes hervor und fing an darauf zu spielen. Dadurch erhielt die Nummer
mehr Tiefgang. Während den härteren Momenten als Ilija auf die Plattform vor die Bühne zu dem Publikum ging,
schossen Nebelschwaden raus und hüllten ihn ein. Das sah so cool aus. Beim letzten Lied schwenkten alle Zuschauer mit
ihren Taschenlampen aus den Handys hin und her. In der Mitte des 8 minütigen Liedes hängte sich Ilija einen Bass um
und nach längeren, ruhigen Momenten wurde die Lautstärke aufgedreht und die Härte setzte wieder ein. Nach dem
letzten Lied kam von ihm die Ansage „Es war uns eine Ehre für euch heute Abend spielen zu dürfen“. Ilija und seine
Bandkollegen verabschiedeten sich von dem Publikum. 40 Minuten reichten aus, um bei ihrer Live-Premiere einen sehr
guten Eindruck zu hinterlassen. Leider war keine Setliste vorhanden, aber jedes Lied überzeugte durch seinen
abwechslungsreichen Aufbau. Danach gab es eine kurze Pause bevor Headliner Soulbound um 21:05 Uhr die Bühne
bestieg. Wie bei der Vorband wurde die Bühne in rotes Licht getaucht, das Intro „Abaddon“ erklang und Nebelschwaden
schossen aus den Boxen. Danach eröffnete „sYn“ die Show. Eine eingängige Nummer, welche die Zuschauer von der
ersten Sekunde weg zu Bewegung verhalf und den Gesichtern ein Lächeln entlockte. Sänger Johannes „Johnny“ Stecker
zeigte sich erfreut und sagte „Danke das ihr da seid. Wir sind Soulbound aus Bielefeld und spielen unsere erste
Headliner Show im Ausland und freuen uns sehr mit euch den Abend zu verbringen“. Nach „sYnfluencer“ kam
„MarchMarch“, der mich ein wenig an Rammstein erinnerte. Gitarrist Felix machte zu Beginn Soldatenmarsch
Bewegungen zum Rhythmus und setzte dann mit den Riffs ein. Ferner spielte er seine Gitarre hinter dem Rücken
nachdem Johnny sich vor ihn stelle und lustige Tanzbewegungen vollführte. „Geht es euch gut?“ fragte er und bekam ein
lautes „Ja“. Bei „Addicted to Hell“ wurde der Chorus von den Zuschauern mit voller Kehle mitgesungen. Mit „Undone“ kam
ein ernstes Thema zur Sprache über Depressionen. Johnny erzählte aus seinem Leben wie er bis heute dagegen kämpft.
Alle Zuschauer erhielten Leuchtstäbchen und dies war ein Symbol dafür, dass jeder der so eines in seinen Händen hielt für
jemanden mit dieser Krankheit da sein konnte. Auf Anweisung mussten wir mit den Händen von links nach rechts
schwenken. In die gleiche Richtung ging es mit „Devil“ über innere Zerrissenheit, Narzissmus, zwanghafter
Selbstzerstörung und Depressionen. Vor „Not Metal Enough“ kam von Johnny die Aussage „Uns wurde von Labels, Saturn,
Media Markt und Booking Agenturen gesagt, wir wären nicht power metal genug, gothic metal genug und zu wenig viking
metal. Uns sind diese Schubladen absolut egal. Wir machen das was von Herzen kommt und uns Spass macht ohne diese
ganzen Bezeichnungen“. Ein klares Statement gegen das Aufdrücken von Stempeln. Bei „Cutting Diamonds“ ging es über
den Verlust von einer Freundschaft, von der man dachte sie würde für immer halten. Während dem Konzert waren ein
Junge und ein Mädchen vor der Bühne und Johnny beugte sich zum Mädchen runter und erzählte „Wir hatten unsere
Plattentaufe in Bielefeld und vor der Bühne war ein kleines Mädchen in einem Schneeflockenkostüm, weil sie mich in dem
You Tube Video sah, wo ich einfror. Das sah so süss aus“. Bei „Fuck You“ wurde das komplette Publikum aufgefordert
diese Worte zu schreien, weil dieses Lied sich gegen Tyrannen und Empathie lose Menschen richtet, die andere ständig
mit Füssen treten. Nach „Forever in the Dark“ kam eine Ansage, die ich bisher noch nie gehört hatte. Johnny sagte „Wir
machen keine Zugaben, sondern ballern einfach durch.“ „Chaos & Amen“ wurde gespielt und mit „Alive“ das letzte Lied
mit Intro. Hier flogen schwarze Ballons mit dem Bandlogo ins Publikum und Johnny verliess die Bühne und lief durch die
Zuschauermenge. Toll von ihm sich den Fans zu nähren. „Vielen Dank, dass ihr heute Abend mit uns hier wart. Es war uns
eine wahre Ehre hier spielen zu dürfen.“ Die Show war zu Ende. Jedoch durfte niemand gehen, denn die Mitglieder von
Pinhead kamen mit den Mitgliedern von Soulbound auf der Bühne zusammen, um ein Abschluss Selfie mit dem
Publikum zu machen. Ein 100 Minuten Auftritt, welcher von Anfang bis Ende Spass machte und für einen hervorragenden
Eindruck sorgte. Das Quintett aus Bielefeld wurde mit Standing Ovations verabschiedet.
Setliste Soulbound
Abaddon
sYn
sYnfluencer
MarchMarch
Addicted to hell
Insane
Saint Sinner
Lioness
Undone
No Kings For Me
Devil
Not Metal Enough
Isolate
Cutting Diamonds
Dark Throne
Neon Battlefield
Paralyzed
Fuck You
Forever in the Dark
Chaos & Amen
Alive (mit Intro)
Nach dem Auftritt wurde der Merchandise Stand von Soulbound und Pinhead von vielen Zuschauern aufgesucht und
CD’s, T-Shirts und Feuerzeuge angeboten. Gross anrechnen muss ich Pinhead, dass man für die Hinterlegung der E-
Mailadresse im Newsletter einen gratis Patch und Lied „Signals From The Box“ zum Herunterladen als Belohnung bekam.
So etwas erlebe ich nicht alle Tage.
Fazit: Ein gelungener Abend in jeder Hinsicht kam zu einem Ende. Beide Bands überzeugten mit tollen Auftritten. Ein
grosser Pluspunkt ging das Publikum. Meiner Meinung nach, brachte sich jeder Zuschauer voll ein und signalisierte
dadurch den Musikern, wieviel Spass man hatte. Da war keine Spur von Zurückhaltung, sondern ein Gefühl von Freude
und Zufriedenheit.
Leider erschwerten die Lichtverhältnisse die Aufnahme von Fotos.
Vielen Dank an Madeleine Fuhrer von Jaunty Productions. Durch deinen Beitrag wurde uns das Wochenende versüsst.
Livebericht von Dominic Latscha