IRON SAW BLADE
Oath Of Cranes (SWI), Tar Pond (SWI)
Met Bar, Lenzburg, Schweiz – 23.08.2025
Nach der jährlichen Sommerpause öffnete die Met Bar in der Gemeinde
Lenzburg im Kanton Aargau wieder ihre Pforten und hiess die
Konzertbesucher willkommen. Um das gebührend zu feiern, wurde ein
interessantes Programm zusammengestellt. Ein Doom Metal Event mit den
beiden Schweizer Bands Oath Of Cranes und Tar Pond. Als ich las, dass
bei Oath Of Cranes ehemalige Celtic Frost Mitglieder spielen, stieg das
Interesse umso mehr. Und als Tüpferchen auf dem I ist bei Tar Pond der
ex-Coroner Schlagzeuger Marquis Marky dabei. Klar, dass ich diesen Abend
auf keinen Fall verpassen wollte, denn die Tickets wurden im Vorverkauf
besorgt. Dann machte ich mich mit einem Kollegen auf den Weg.
Um 20 Uhr war die Türöffung angesetzt und um 20:30 Uhr durften Tar Pond den Abend einweihen. Diese
schwermütige Doom Metal Band wurde 2015 von legendären Musikern aus der Metal Welt wie z.B. ex-Celtic Frost
Bassist Martin Eric Ain (R.I.P) ins Leben gerufen. Auf den Soundtrack der Brutalität und das elektrische Protokoll der
konstanten Traurigkeit war ich sehr gespannt. Nach einem Intro erklang „Bomb“ als erstes Lied und während dem
Auftritt war die Bühne in rotes Licht getränkt. Ausserdem wurden die Zuschauer konstant mit Nebel eingehüllt, was gut
zur Stimmung passte. Frontmann Thomas Ott in sich gekehrt, öffnete sich, als die Musik einsetzte und mit seiner
Stimme uns durchdrang. Die Zuschauer applaudierten und freuten sich über die Darbietung. Aufgrund der engen
Platzverhältnisse konnten die Musiker keine Seitenwechsel vollziehen und blieben auf ihren Positionen. Das Publikum
kam in den Genuss der neuen Liedern „Blind“ und „Damn“, welche den Auftritt beendete. Nach 60 Minuten Spielzeit
verliessen die Mitglieder die Bühne.
Setliste Tar Pond
Bomb
Worm
Slave
Deaf
Over
Blind
Damn
Es folgte eine kurze Pause. Diese wurde genutzt, um frische Luft zu tanken und der Dehydration entgegenzuwirken.
Vorbereitung ist die halbe Miete für den Live Spektakel Genuss. Der Headliner Oath Of Cranes betrat um 22:10 Uhr
die Bühne. Die Zürcher Band begann mit „Jivara“ nach einem Intro. Ihr Sound ist ein rohes Gemisch aus Sludge und
Doom Metal. Gleich zu Beginn fiel Sänger Fabrizio Merico durch seinen Look auf. Er sah aus wie eine Art Schamane mit
Alice Cooper ähnlichem Make Up und roter Farbe im Gesicht und hatte einen stilvollen Mikrofonständer mit Totenkopf
und Ketten geschmückt. Zwischendurch lehnte er sich über das kleine Mischpult vor ihm, um Samples einzustreuen
oder nahm das Megafon zum ins Mikrofon schreien. Die Musik war verstörend und dunkel, aber gleichzeitig heilend
und schön. Während des Auftritts wurde man wie in eine Art Trance versetzt durch Schamanische und asiatische
Klänge. Hier wurde wahre audio-visuelle Kunst ausgeführt, welche man nicht oft erlebt. Sowohl das Album „Unsung
Mantras“ über das Daoismus inspirierte Konzept wurde gespielt als auch die neuste LP „No One Has The Right To
Obey“ getauft. Als spezielle Aktion durfte der Bandroadie auf die Bühne und wies das Publikum daraufhin, dass man
ein Exemplar mit den Unterschriften der Band in der Met Bar verstecken wird und der wo es findet, darf es behalten.
In einigen Liedern wurden wir mit einem ungleichen ¾ Takt konfrontiert. Jedoch wurde das Ganze kohärent und mit
viel Elan rübergebracht und als Resultat folgte nach jedem Lied viel Applaus. Die Musiker agierten jederzeit technisch
und einwandfrei auf höchstem Level. Bassist Amedeo Mauriello suchte den Kontakt mit den Gitarristen Chris
Tsangarides und Erol Unala für ein Gitarrenduell was extrem toll aussah. Im Hintergrund trat Schlagzeuger Franco Sesa
(ex-Celtic Frost“ in die Pedale. Aufgrund der positiven Zuschauer Resonanz wurde die Zugabe „New World Disorder“
gespielt. Als um 23:15 Uhr der Auftritt endete, erhielt das Quintett aus Zürich viel Applaus für ihren interessanten
Klangteppich, welcher zum Headbangen, aber auch zugleich zu einem spirituellen Tanz einlud. Eine tolle Geste war die
Ankündigung, dass man nach dem Aufritt am Merchandise Stand Autogramme geben und sich Zeit für die Fans
nehmen wird. Wer gerne aussergewöhnliche Musik erleben will, muss diese Band unbedingt live sehen.
Setliste Oath Of Cranes
Jivara (The Great Fever)
Where The Shame Is Missing Imbecility Begins
Sharpen The Pitchfork
Rudra (The Superior Proposal)
The Worst Disease
Puja (Celebrate The Negation Of Hope)
Akasha (Everything Holy Is Profane)
No One Has The Right To Obey
A Demon Called Mammon
Yama (Sacrifice Of Introspection)
New World Disorder
Danach ging es zurück auf den Heimweg. Vielen Dank an das Met Bar Team für die Durchführung von diesem Konzert.
Es war uns eine Freude anwesend zu sein.
Livebericht von Dominic Latscha