IRON SAW BLADE
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Mayflower (GER), Ophelia’s Eye (SWI), Sons Of Coherence (SWI), Distortion (SWI)
Garage 8, Olten,  Schweiz – 20.09.2025
Olten ist die grösste Stadt im Kanton Solothurn. Vor einiger Zeit tauchte im sozialen Netzwerk Facebook der Flyer zu diesem Konzert im Jugend Kulturlokal Garage 8 auf. Normalerweise verschlägt es mich nicht oft an diesen Ort und ich empfand viel Freude beim Anblick der Aufmachung des Events. Aus diesem Grund besorgte ich mir die Tickets im Vorverkauf. Zwei Tage vor dem Event kam eine Hiobsbotschaft, dass die
Schweizer Band Vicious Rain ihren Auftritt absagen musste. Als Ersatzband rückte Mayflower als Headliner nach. Das war eine grosse Überraschung und ich freute mich wie ein Honigkuchenpferd als der ersehnte Tag kam. Mein Kollege und ich machten uns auf den Weg zu diesem Lokal. Das schöne Wetter war ein weiterer Pluspunkt. Nach einem kurzen Zwischenhalt mit Verpflegung und einem Spaziergang wurde um 18:45 Uhr Einlass gewährt. Eine halbe Stunde später gaben Distortion den Startschuss für den Abend. Über diese Gruppe wusste ich nichts und ihr Name sagte mir auch nichts. Trotz dieser Ausgangslage freute ich mich auf sie. Nach einem Intro vom Rage Against The Machine Lied „Bombtrack“ erklang mit „Not the same“ das erste Lied. Sängerin Giu mit langen Haaren betrat die Bühne, greifte sich das Mikrofon und begann zu singen. Der Altersdurchschnitt der Mitglieder lag bei Anfang 20. Gius Stimme und Gesang passten perfekt zum Punk Rock Sound, den sie uns servierten. Mit viel Energie und Freude legten sie Herz und Seele in den Auftritt. Giu überraschte mich mit ihrer Beherrschung der verschiedenen Tonlagen und der Mimik, um Emotionen zu übermitteln. Ferner versprühte Sie positive Vibes. Ihre beiden musikalischen Mitstreiter an Bass und Gitarre legten sich ebenfalls rein und sorgten für die Härte und eingängige Melodien. Obwohl die meisten Lieder im Punk Rock angesiedelt waren, schimmerte zwischendurch ein Alternative Rock Einfluss hindurch. Bevor „Waste of Time“ ertönte, erzählte Giu, dass dieser Titel das erste Lied war, welches von ihnen aufgenommen und veröffentlicht wurde. Die meisten Lieder waren Eigenkompositionen, aber mit „Misery business“ von Paramore kam ein Cover. Die Zuschauer klatschten mit auf Anweisung der Sängerin. Nach „Distorted Nightmare“ kam von Giu die Ansage „Fuck Hate! Es ist momentan sehr schwierig in dieser verrückten Welt“ und als nächstes Cover folgte der Rage Against The Machine Klassiker „Killing in the name of“. Da wurde der Frust rausgelassen und sich der Erkenntnis gestellt, dass mit „Crows“ der Abschluss folgte. Hier wurde nochmals mitgeklatscht und Sound genossen. Dann verabschiedeten sich die sympathischen Lenzburger und erhielten viel Applaus. 30 Minuten Spielzeit reichte um einen guten Eindruck zu hinterlassen. Seit 2022 existieren sie in dieser Konstellation und ich bin auf weitere Auftritte gespannt. Setliste Distortion Intro (Bombtrack) – Rage Against The Machine Not the same Empire of sand Crash Waste of Time Misery business Distorted nightmare Killing in the name of – Rage Against The Machine Crows Es folgte ein kurzer Unterbruch der genutzt wurde, um sich mit Flüssigkeit zu versorgen und sich auf die nächste Band vorzubereiten. Ferner tat es gut eine Runde Luft zu schnappen, bevor es weiterging. Um 20:05 Uhr gingen die Lichter aus und Sons of Coherence aus der Stadt Winterthur betraten die Bühne. Ihre Musikstilrichtung war anders als der Sound von der ersten Band. Es ist Groovecore. Das ist eine explosive Mischung aus Old School Elementen mit modernen Einflüssen. Die Musik war hart, aber sehr abwechslungsreich und mit Blastbeats angereichert. Zwischendurch gab es Breakdowns und stillstehen war ein Unding. Stakkato Riffs gingen auf die Zuschauer nieder und eine kleine Wall of Death entstand bei „Diazepam“. Dann folgte ein Moshpit. Sänger Ammar flüsterte bedrohlich im ruhigen, kurzen Mittelteil von „Dyke“, bevor es wieder ordentlich krachte. Das Publikum zeigte seine Begeisterung mit viel Bewegung und Applaus. Als Tüpfelchen auf dem i verkündete Ammar, dass bald neue Lieder veröffentlicht werden, denn die Gruppe war im Studio. Beim letzten Lied „Obvious Fate“ musste das Publikum in die Knie gehen und auf Kommando von Ammar aufspringen. Das wurde ohne zu Zögern umgesetzt und danach war ihr Auftritt zu Ende. Leider konnte Bandmitglied Pierre nicht dabei sein, aber sie liessen sich dadurch nicht unterkriegen und zeigten einen guten Auftritt. 30 Minuten Action mit viel Schweiss und körperlicher Aktivität. Setliste Sons of Coherence Lost The Hiker Diazepam Peak Dyke Obvious Fate Ein weiterer Unterbruch folgte und der Bandbanner von Ophelia’s Eye wurde durch Roadies und Bandmitglieder aufgehängt. Zwei kleine Bänke wurden auf die Bühne gebracht und kleine Nebelmaschinen aufgestellt. Ein Drum’n’Bass Intro mit Lichtwechsel um 20:55 Uhr läutete ihren Auftritt ein. Seit 2024 hat die Gruppe ein neues Line-Up und Corinne Ryter und Bassist Sandro Sutter sind von der ursprünglichen Formation noch dabei. „Worship Decay“ erklang. Obwohl der Platz auf der Bühne eingeschränkt war, gab es zwischendurch einen Seitenwechsel der Mitglieder. Beim genaueren Hinsehen freute ich mich ein bekanntes Gesicht erkannt zu haben. Sänger Jan Brasser (Another Approach) mit seiner wandelbaren Stimme von klarem Gesang und Growls schwang das Mikro. Die Phase des Umbruchs wurde genutzt um die künstlerische Ausrichtung zu erweitern und dies merkte man bei ihrem Auftritt jederzeit an. Alle Musiker bewegten sich auf einem hohen, technischen Level und spielten einwandfrei. Es folgten Breakdowns und mit „Severance“ folgte ein brandneues Lied, welches noch nicht veröffentlicht wurde. Ein geschickter Schachzug des Quintetts. Da gab es einen ordentlichen Circle Pit und obwohl jemand hinfiel, wurde ihr sofort geholfen. Die Musik kam gut an was sich im lauten Applaus widerspiegelte. Dann verliessen die Bandmitglieder bis auf Noé Beivi die Bühne. Er durfte mit einem Schlagzeugsolo glänzen und bei „Letters“ war die Band wieder komplett. In diesem unveröffentlichten Lied sang Corinne mit Jan. Diese Nummer war ruhiger und atmosphärisch und wurde gegen Ende lauter. Die beiden brachten viel Gefühl ein. Immer wieder schossen Nebelschwaden aus den Geräten und das Lichtspiel passte zur Atmosphäre der Lieder. Beim letzten Lied „Enter The Arena“ hängte sich das Publikum erneut rein und zeigte eine Wall of Death. Der Auftritt endete nach 50 Minuten und die Mitglieder bedankten sich mit fröhlichen Gesichtern. Als Outro erklang „Bye Bye“ von der amerikanischen Boygroup N’Sync, welches durch den Film „Deadpool vs. Wolverine“ nach langer Zeit wieder Aufmerksamkeit bekam. Setliste Ophelia’s Eye Worship Decay Catharsis Drowning in A Cloud Burn A Wish Stay Close, We’re Dying High Tide Schlagzeug Solo Letters Death AI Disconnected Enter The Arena Es gab eine letzte Pause und die war willkommen. Viel investierter Schweiss und Energie in tolle Auftritte zeigten ihre Wirkung und sich mit Luft, Flüssigkeit und Ruhe tanken war angesagt. Dieses Mal dauerte die Vorbereitung der Bühne länger und dadurch war es möglich die Batterien schneller aufzuladen. Um 22:30 Uhr war es soweit und Mayflower  aus Deutschland stiegen auf die Bühne. Ich freute mich sehr auf ihre Show, denn ich hatte sie bisher zweimal live erlebt, wo sie mich überzeugten. Der Gesang von Sänger Alex war super und er machte eine gute Figur. Gitarrist und Sänger Manu unterstütze ihn mit klarem Gesang. Man merkte sofort, dass diese Gruppe auf musikalischem und technischem Level eine grosse Schippe draufgepackt hatte und dies zeigte sich in ihren neueren Liedern wie „Heavy Hearts“ oder „The Ghosts I Left Behind“. Ein grosser Circle Pit entstand bei „Heavy Hearts“. Der zweite Gitarrist Johnny wirkte selbstsicher, in sein Instrument vertieft und wechselte zwischendurch die Position mit seinem Kollegen Manu. Allerdings fehlte der Bassist. Er konnte wegen einer Handverletzung nicht spielen. Das tat dem ganzen Spass keinen Abbruch. Alex war immer in Bewegung und interagierte super mit dem Publikum. „Save Me“ und „Misery“ wurden regelrecht abgefeiert und Manu mit seinem emotionalen Gesang traf jede Note präzise. Nach der Show  wurden sie mit viel Applaus verabschiedet. Die Freiburger hinterliessen einen grossartigen Eindruck. Danach konnte man sich am Merchandise Stand mit T-Shirts eindecken und sich mit den Bandmitgliedern unterhalten. Leider ging ein toller Abend zu schnell zu Ende, aber das vielseitige Programm war super von Anfang bis Ende. Ausserdem konnte ich neue Bands kennenlernen und mit meinem Kollegen eine gute Zeit verbringen. Vielen Dank an das Team vom Jugend Kulturlokal Garage 8 für die Durchführung dieses Events. Livebericht von Dominic Latscha
© IRON SAW BLADE 2016