IRON SAW BLADE
Kissin’ Black (SWI), Magma Ocean (SWI/GB),
Born in Dorian (SWI)
Präsentiert von Rockfact Music Club & Jaunty Productions
Rockfact Music Club, Münchenstein, Schweiz – 25.10.2025
Die drei Schweizer Bands Kissin‘ Black, Magma Ocean und Born in
Dorian touren gemeinsam durch die Schweiz und legten einen Halt im
Rockfact Music Club in Münchenstein ein. Ein interessantes und zugleich
vielseitiges Programm, welches Jaunty Productions auf die Beine gestellt
hatte. Das wollte ich nicht verpassen und besorgte mir gleich das Ticket im
Vorverkauf. Um 19 Uhr durfte man den Rockfact betreten und um 19:50 Uhr
eröffnete Born in Dorian den Abend. Sie kommen aus dem Kanton Wallis
und waren mir völlig unbekannt. Dennoch verspürte ich eine grosse Neugier
auf ihre Darbietung. Zuerst war Schlagzeuger Yannick Perren auf der Bühne und dann kamen seine Kollegen dazu. Nach
einem Intro erklang „Memories“ als erstes Lied. Seit 2020 ist die melodische Metalcore Band aus den Gemeinden
Brig/Naters auf den Bühnen der Schweiz unterwegs. Sänger Noah Schmid wechselte zwischen Klargesang und Growls. Er
legte viel Gefühl rein und war viel in Bewegung. Die Gitarristen Aaron Berchtold und Sandro Salzmann suchten öfters den
Kontakt für Gitarrenduelle. Das war wegen den engen Platzverhältnissen nicht ganz einfach, aber sie meisterten diese
Aufgabe. Die Einflüsse von Thrash Metal und Hardcore hörte man heraus und Breakdowns waren ebenfalls Teil vom
Sound. Mit „Eternal Rhyme“ wurde eine Ballade gespielt. Eine gute Gelegenheit zu verschnaufen und eine andere Facette
kennenzulernen. „Versteht ihr mich überhaupt?“ fragte Noah die Zuschauer, weil Walliser Deutsch zu den Dialekten gehört,
die nicht einfach zu verstehen sind. Allerdings verlief die Kommunikation fliessend und es gab keine Missverständnisse.
Neben eigenen Liedern vom Album „Trapped in Twilight“ wurde die Parkway Drive Abrissbirne „Vice Grip“ gespielt. Ein
Lied, welches ich über alles liebe und abfeiere. „Impermanence“ um 20:35 Uhr markierte das Ende vom Auftritt des
sympathischen Oberwalliser Quintetts. Sie wurden mit Applaus verabschiedet und hinterliessen einen guten Eindruck bei
ihrer Live-Premiere im Kanton Baselland.
Setliste Born in Dorian
Memories
Hollow
Eternal Rhyme
Impostor
The Unkown
The Void
Vices
Wastelands
Vice Grip – Parkway Drive
Impermanence
Nach einer kurzen Pause durfte Kissin‘ Black spielen. Um 20:50 Uhr betraten die Luzerner die Bühne. „Nycto“ eröffnete
die Show und der Sound war komplett anders als von der Vorband. Dark Rock mit eingängigen Rhythmen und Melodien.
Es wurde weder an Reiz noch an Klang gespart. Sänger Giu Mastrogiacomo ging ab wie Schmidts Katze und legte viel
Emotion in den Gesang und suchte aktiv den Kontakt zum Publikum. Es wurde in den Auftritt involviert und aufgefordert
mitzuklatschen. Das wurde ohne zu zögern umgesetzt, obwohl Schweizer/-innen reserviert sind und es Zeit braucht, bis
sie auftauen. Bei „Dresscode Black“ musste das Publikum diese beiden Worte mehrmals mitschreien. Lead Gitarrist Pascal
Zwyssig glänzte mit tollen Solis. Rhythmus Gitarrist Andy Dormann überzeugte an der Akustik Gitarre und mit Wechsel zur
elektrischen Gitarre für Härte und Intensität. Giu hatte den grössten Anteil am Gesang, aber Andy und seine beiden
Kollegen Dave Roos Launchburry am Bass und Pascal Zwyssig unterstützten ihn hin und wieder mit Hintergrundgesang.
Diese Zusammenarbeit harmonierte perfekt und brachte das südländische Temperament mit der schweizerischen Präzision
zusammen. Vor kurzem wurde ihr Album „Veleno“ veröffentlicht und auf diesem lag der Fokus. Bei „Blues: Unpardonable“
stieg Giu von der Bühne und lief singend durch den Raum zu den Zuschauern, was mir sehr gefiel. Eine tolle Geste um
Nähe zu schaffen. Danach wurde ein Cover vom legendären Hit „Wild Child“ von W.A.S.P gespielt, welches genial
umgesetzt wurde, dennoch seine Wildheit beibehielt. Nach „Luna Lena“ und „Adrenalin“ war die Show vorbei. Das Outro
„Remain“ erklang und Sänger Giu Mastrogiacomo, Rhythmus Gitarrist Andy Dormann, Lead Gitarrist Pascal Zwyssig,
Bassist David Roos Launchbury und Schlagzeuger Marcel Spiga wurden mit Applaus verabschiedet. 60 Minuten intensiver
Dark Rock zwischen brachial-dunkel und erregt-melancholisch, dann wieder vertrauensvoll und sanft, reichten für einen
tollen Eindruck.
Setliste Kissin‘ Black
Nycto
Address Unknown
Some Are Wild
Dancing
Spotlight
Dresscode: Black
Blues: Unpardonable
Wild Child – W.A.S.P Cover
Lena Luna
Adrenalin
Outro: Remain
Dann folgte ein weiterer Unterbruch. Magma Ocean betrat um 22:05 Uhr als letzte Band die Bühne. Dieses
schweizerische-britische Trio spielte als Vorband von GurD im Z7 in Pratteln und ich freute mich darauf sie wieder live zu
erleben. Mit „Passive Maturity“ ging es los. Der Härtepegel war um einiges höher, als bei Kissin‘ Black und Born in
Dorian. Sänger Harry Ballantyne sah aus wie Bob Marleys weisser Metalcore Bruder, denn seine Erscheinung erinnerte
wegen den Rastas und Art an diese musikalische Grösse. Jedoch war sein Gesang ohne Reggae Einflüsse, sondern klarer,
gefühlvoller Gesang mit aggressiven Schreien. Der Sound enthielt Nu Metal Einflüsse und viel Groove. Bassist Adi Müller
und Gitarrist Claudio Reed unterstützen Harry mit Hintergrund Gesang. Mit „Worthless“ kam das Publikum in den Genuss
von einem neuen Lied. Claudio wartete mit Gitarrensoli auf und war komplett in die Musik vertieft. Das explosive
Soundgemisch kam gut an und die Darbietung wurde mit Applaus bedacht. Viele Buhrufe folgten als Konsequenz nach
Harrys Ankündigung, dass „Solitude“ das letzte Lied wäre. Aus diesem Grund sagte Harry: „ihr werdet als Zugabe den
Song Counterfeit bekommen. Das ist unsere härtester Song“. „Counterfeit“ wurde gespielt und der Auftritt endete nach 50
Minuten. Sie erhielten Applaus und hinterliessen einen guten Eindruck.
Setliste Magma Ocean
Passitive Maturity
Split Tongue
Worthless
Traces
An Island Of Safety
Void
Price Of Failure
Juicy Bacon
Rayleigh Scattering
Solitude
Counterfeit
Nach diesen Auftritten konnte man im Rockfact verweilen und sich mit den Bands am Merchandise Stand unterhalten und
mit CDs, T-Shirts, Feuerzeuge, Plektrums und sogar Kugelschreiber oder Steinsalz im Glas erwerben.
Vielen Dank an Madeleine Fuhrer von Jaunty Productions für die Organisation. Du serviertest uns ein
abwechslungsreiches Programm.
Livebericht von Dominic Latscha