IRON SAW BLADE
Felskinn (SWI), Stepfather Fred (GER), Loma (SWI)
Präsentiert von Rockfact Music Club & Jaunty Productions
Rockfact Music Club, Münchenstein, Schweiz – 17.01.2026
Das neue Jahr startete turbulent und das kann für einige Menschen eine Qual
sein. Mir ist das egal, denn es gibt Lichtblicke in Form von Konzerten. Jaunty
Productions eröffnet die neue Konzertsaison im Rockfact Music Club in
Münchenstein mit einem vielseitigen Programm. Als Headliner wurde Felskinn
angekündigt und Stepfather Fred und Loma wurden als Vorbands
aufgenommen. Obwohl ich mich fragte, ob diese verschiedenen Stile live
funktionieren würden, gab ich mir einen Ruck und kaufte das Ticket im Vorverkauf.
Als der ersehnte Tag da war, pilgerte ich in diese Location. Den Abend eröffnen durfte Loma. Das Quartett aus der Stadt
Sursee, Kanton Luzern blieb bisher unter meinem Radar. Um 20 Uhr betraten die Bandmitglieder die Bühne. Als Intro
wurde das Titellied „I’m Always Here“ der US-amerikanischen Fernsehserie „Baywatch“ von ex-Survivor Sänger Jimi
Jamison ausgewählt. Ein genialer Schachzug um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. „Generation Z“ wurde als erstes
Lied gespielt. Das Gemisch aus Punk, Metal und R`n`R mit Einflüssen aus dem Hardcore klang druckvoll aus den Boxen.
Sänger & Gitarrist Heinz überzeugte mit Bühnenpräsenz und stimmlich traf er auch jede Note. Sein Gitarrenkollege Alain
durfte mit Soli aufwarten und suchte immer wieder den Kontakt zu ihm und Aushilfsbassist Benny Sachs. Dieser
integrierte den Groove durch ein tolles Bassspiel und näherte sich den Zuschauern in den vorderen Reihen. Ferner lieferte
er sich mit Alain und Heinz Gitarrenduelle und es gab viel Seitenwechsel trotz engen Platzverhältnissen. Den gesanglichen
Schwerpunkt lag bei Heinz, aber Benny und Alain unterstützten ihn mit gelegentlichen Gesangseinsätzen. Verschnaufen
war Fehlanzeige, denn das Gaspedal wurde konstant durchgedrückt. Ihr Sound wurde positiv aufgenommen mit viel
Bewegung und mitsingen beim zweitletzten Lied „Oh Oh Oh“. Dann wurde das letzte Lied „Butterflies of Total
Annihilation“ gespielt und alleine für diesen Titel verdienten sie grossen Respekt. 30 Minuten lang durften sie als Anheizer
spielen und hinterliessen einen guten Eindruck. Als ein HipHop Outro erklang, verliessen sie die Bühne.
Setliste Loma
Generation Z
Stolen Youth
Last Dance
Evan
Change
For You
Oh Oh Oh
Butterflies of Total Annihilation
Es folgte eine kurze Pause und die Bühne wurde umgebaut. Eine gute Gelegenheit Luft zu schnappen und sich mit
Getränken versorgen wegen Dehydrierung. Danach durfte die deutsche Heavy Alternative Rock Band Stepfather Fred
um 20:50 Uhr ran. Die Ällgäuer spielten vor einiger Zeit im „Mom’s Place“ in Pratteln (Anm. der Redaktion dieses Lokal
wurde geschlossen) und diesen Gig verpasste ich leider und darum freute ich mich sie live zu erleben. Als Intro erklang
der Gorillaz Klassiker „Clint Eastwood“ und die Musiker betraten die Bühne. „The One“ eröffnete ihr Set. Sänger Basti traf
jede Note mit Präzision. Er brachte viel Emotion in den Gesang ein und lebte jede Sekunde mit viel Leidenschaft und
Ehrlichkeit. Gitarrist Simon merkte man die Freude abzurocken jederzeit an. Er lachte und sorgte für die knackigen Riffs.
Bassist Matze mit rotem Stirnband und Tanktop mit „Taker“ Aufschrift lieferte sich oft Gitarrenduelle mit Simon.
Ausserdem durften er und Simon Hintergrundgesang beisteuern und dieser mehrstimmige Gesang passte vom Ambiente
und der Tonlage her perfekt. Während dem Auftritt war das Licht ein weiterer Pluspunkt obwohl das Blitzen
zwischendurch die Konzentration auf die Darbietung ein wenig erschwerte. Dieser Widrigkeit wurde mit Mut und
Entschlossenheit getrotzt was sich in Headbangen und Mitsingen widerspiegelte. Flinte ins Korn werfen gibt es nicht
(ausser bei Helene Fischer und Heintje). Ihre Musik wies Einflüsse von Alternative Metal, leichten Progressive Rock, Black
Sabbath / Saint Vitus Doom Schattierungen und ein Schuss Heavy Rock auf. Diese wurden zu einem gelungenen Sound
zusammengewoben, der spannend rübergebracht wurde. Die Reaktionen waren viel Applaus und ein involviertes
Publikum, welches mitklatschte und mitsang. Gitarrist Simon und Bassist Matze lieferten sich Gitarrenduelle und
wechselten öfter die Seiten. Das Lied „Blue Pride“ wurde der deutschen American Football Mannschaft „Allgäu Comets“
gewidmet. Danach gab es einen Trip mit „Cocaine“. Bei „Kingdom“ erklärte Basti „Dieses Lied handelt von dem Wald und
den Tieren. Ich möchte, dass ihr alle eure Hände in die Höhe reckt und euch vorstellt, ihr wärt ein Baum“. Es war ein
bisschen ruhiger und die Zuschauer schwenkten mit ihren Händen in der Luft von links nach rechts. Eigentlich hätte dies
das Ende bedeutet. Jedoch war das Spektakel so gut, dass lautstark Zugaben gefordert wurden. Basti, Simon, Matze und
Julius kehrten umgehend auf die Bühne zurück und spielten „Queen of Mine“ und „Relief“. Dann war das komplette Set
gespielt und sie verabschiedeten sich. 60 Minuten live hinterliessen einen tollen Eindruck.
Setliste Stepfather Fred
Intro Clint Eastwood - Gorillaz
The One
Collecting Faith
Tripped
Have a Good Time
Alone In The Ground
Unlock
Blue Pride
Cocaine
Kingdom
Queen of Mine
Relief
Es gab einen weiteren Unterbruch und die Bühnendekoration für die letzte Band aufgestellt und die Bühne umgebaut.
Dann war es Zeit für den Headliner. Das Intro „Everybody Loves Somebody“ vom US-amerikanischen, Sänger und
Schauspieler Dean Martin erklang und die Mitglieder von Felskinn standen um 22:05 Uhr im Scheinwerferlicht. Letztes
Jahr feierten sie ihr 20 Jahre Jubiläum und zu meiner Schande musste ich gestehen, dass mir ihr Name bekannt war, aber
keine Erfahrung mit ihrem Sound hatte. „Remember My Name“ gab den Startschuss. Sänger Andi Portmann mit dunkler
Kappe brannte für diesen Auftritt und zeigte dies mit Bühnenpräsenz und einer sensationellen Gesangsleistung. Er war
immer in Bewegung und suchte aktiv den Kontakt zu den Fans. Gitarrist Tom Watzinger überzeugte mit seiner
Fingerfertigkeit und duellierte sich mit Bassist Kusi Durrer. Schlagzeuger Gregory Birrer durfte mit einem Schlagzeugsolo
sein Talent unter Beweis stellen und machte das souverän. Diese eingängige Mischung aus Hard Rock und Heavy Metal
entfachte ein Feuerwerk aus harten Riffs, tollen Rhythmen und viel Freude. Ihre Laufbahn umfasst mittlerweile vier Alben
und verschiedenen Line-ups. Darauf sind internationale Musiker wie Mike Terrana (Rage, Axel Rudi Pell, Taria Turunen
etc.), Mandy Meyer (Asia, Katmandu, Unisonic, Krokus etc.), Igor Gianola (U.D.O, Jorn, Gotthard, Coreleoni etc.), Flavio
Mezzodi (Krokus, Gotthard) oder Cyril Montavon (Shakra) zu hören. Sie lieferten Technisch und musikalisch eine tolle
Show auf höchster Stufe. Mit „Gone Forever“ wurde ein brandneuer Song gespielt. Bei „Wake Up On Mars“ wurde es
ruhiger und der Mitsingfaktor beim Chorus war hoch. Als „Bastards Out“ gespielt wurde, mussten die Zuschauer diese
Worte auf Kommando mitschreien. Danach wollten Andi, Tom, Kusi und Gregory in den Backstage Bereich gehen.
Allerdings wurden die Forderungen nach Zugaben zahlreicher und sie kehrten zurück. Als Zugabe wurde „170105“
gespielt und das war das Ende. Für ihr grossartiges Live-Spektakel wurde das Quartett mit viel Applaus und Liebe
überschüttet. Das war Schweizer Metal auf Champions League Level und es erstaunte nicht, dass sie in der ausverkauften
„The Hall“ in Dübendorf, Schweiz als Vorband von „The Hollywood Vampires“ feat. Johnny Depp, Alice Cooper & Joe Perry
spielen durften.
Setliste Felskinn
Intro
Remember My Name
Close Your Eyes
Pictures In My Dreams
Send The Angels Down
Rain Will Fall
Sleep Well
Drum Solo
Darkness In My Eyes
Gone Forever
Crush My Balls
Wake Up On Mars
Life Was Better
Your Life Is Mine
Bastards Out
170105
Das Equipment auf der Bühne wurde abgebaut und es lief Musik aus der Konserve. Alle Bandmitglieder warteten hinter
dem Merchandise Stand und nahmen sich Zeit für Gespräche und unterschrieben CD’s auf Wunsch.
Ein grosser Dank geht an Jaunty Productions für die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung. Gemischt
wurde der Sound von GB. Danke für deinen Beitrag zu diesem gelungenen Abend mit qualitativ hochstehendem Sound.
Livebericht von Dominic Latscha