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Relayer (SWI), Five Rusty Horizons (SWI)
Präsentiert von Klangvoll im Rockfact Music Club
Rockfact Music Club, Münchenstein,  Schweiz – 27.11.2021
Wenn ich an den Musikstil AOR/Melodic Rock denke, kommen mir die 80er Jahre in den Sinn als dieses Genre viel Aufmerksamkeit erhielt und in amerikanischen Filmen zu hören war. Mittlerweile hat sich das geändert und vor allem in Skandinavien gibt es viele Bands, welche diesen Stil spielen. Jedoch hatte ein Zufall dazu geführt, dass ich
auf die Schweizer Melodic Rock Band Relayer aufmerksam wurde und seitdem beobachte. Nach ihrem letzten erfolgreichen Auftritt im Phönix Rockkeller in Muttenz war für mich klar, dass ich sie unbedingt wieder sehen musste. Als weitere Band wurde Five Rusty Horizons ins Programm integriert. Darum ging ich bei tiefen Temperaturen im einstelligen Bereich in den Rockfact Music Club nach Münchenstein, um mich mit fantastischer Musik aufzuwärmen und eine gute Zeit zu verbringen. Die Türen öffneten sich um 19 Uhr. Eineinhalb Stunden später stand das Duo von Five Rusty Horizons auf der Bühne. Die Gruppe um die beiden Zürcher Pat Wydler und Goran Bajic enstand wie der Phönix aus der Asche der Post Grunge Band Soul Strip mit der die beiden es bis nach Kalifornien, USA schafften und im Vorprogramm von Alter Bridge und Stone Sour spielen konnten. „Weakness On Demand“ eröffnete ihren Auftritt. Auf elektrische Instrumente und Schlagzeug wurde hier komplett verzichtet, denn es handelt sich um Akustik-Rock, wo die akustische Gitarre im Vordergrund steht. Sänger Goran zeigte eine gute Gesangsleistung und präsentierte seine Stimme mit Einflüssen aus der amerikanischen Rockmusik. Gitarrist Pat begleitete ihn auf der Gitarre und durfte zwischendurch mit Goran mitsingen und war stimmlich gut aufeinander abgestimmt. Wenn man die Augen schloss, hatte ich das Gefühl als würde man sich an einem Ort in den USA befinden und dort amerikanischen Live-Sound in einem Club erleben. Das war einfach magisch wie die beiden Musiker dieses „USA Feeling“ live präsentierten. Auch lustige Sprüche wie z.B. „Wir sind das SPA / Wellness Programm für das was nachher kommt. Wir hoffen das überfordert euch nicht“ sorgten für einige Lacher und lockerten die Stimmung auf. Ausserdem räumten sie mit dem Gerücht auf, sie wären eine reine Cover-Band, denn das stimmt nicht. Die Mehrheit ihrer Lieder wurde selber geschrieben. Jedoch fanden Cover ihren Weg ins Set und zwar „Pet Sematary“ von Ramones, „Wake Up“ von der Zürcher Band Second Function (bei denen ist Pat Wydlers Bruder dabei und er nutzte die Gelegenheit um Werbung für sie zu machen), „Dirty Diana“ von Michael Jackson. Dort änderte man in der Mitte Sound und Text und wechselte in „Keep On Rocking In The Free World “ von Neil Young um dann wieder zum Michael Jackson Song zurückzukehren. Mein persönliches Highlight war „Citadel“, denn dieses Lied ist für mich ein absoluter Hit. Als Abschluss folgte der Kenny Loggins Klassiker „Danger Zone“, welchen man aus dem Film „Top Gun“ mit Tom Cruise kennt. Eine Stunde Spielzeit reichte um einen guten Eindruck zu hinterlassen und mit Akustik-Rock die Zuschauer aufzuwärmen. Derzeit arbeiten Goran und Pat an einer neuen EP, welche den Namen „Elements“ tragen und im nächsten Jahr erscheinen soll. Ein Dank von Seiten der Musiker an das Klangvoll und Rockfact Team folgte, bevor sie die Bühne verliessen. Setliste Five Rusty Horizons Weakness On Demand Blue Of The North Room For A Day Pet Sematary Listening 2 Shine Wake Up Whenever We Fall Waters Denied Forces Of Rain Dirty Diana Citadel Land Of Differences Danger Zone Danach stiegen die Mitglieder von Relayer auf die Bühne. Die Solothurner Melodic Rock Band mit der sympathischen Sängerin Sandy Keller eröffneten um 21:50 Uhr ihre Show mit „Loss Of Control“. Bei „Mistery Woman“ stellte Sandy die komplette Band vor und Hene integrierte einige Töne von „Smoke On The Water“ von Deep Purple im mittleren Teil. Die Musik klang extrem gut abgemischt und entfesselte ihre Wirkung. Sängerin Sandy brillierte mit ihrer Stimme und man sah ihr an, wie sehr Sie sich freute auf der Bühne zu sein. Ihr Bandkollege Freddy Schaffner überzeugte mit Gitarrensoli im Scheinwerferlicht. Das war nicht nur sauber gespielt, sondern wurde mit Bühnenpräsenz cool rübergebracht. Keyboarder Hene Klodel lieferte die melodische Untermalung mit seiner Hammond Orgel und durfte mit Soli glänzen. Ferner steuerte er Hintergrundgesang bei, was mit der Stimme von Sandy harmonierte. Bassist Bruno Gehriger überzeugte mit seinem Bassspiel und Schlagzeuger Markus Kalt konnte mit seinen Fähigkeiten hinter dem Schlagzeug aufwarten. „Only U“ wurde als langsames Lied angekündigt was korrekt ist, denn die anderen Lieder sind schneller und härter. Bei „Dark Times“ animierte Sandy mit Fausthieben in die Luft den Chorus „Shout It Out“ mitzusingen was an diesem Abend nicht so gut klappte, wie bei ihren vorherigen Shows. Nach diesem Lied folgte eine kurze Pause und die Mitglieder verliessen die Bühne. Ein guter Moment um etwas zu trinken und Luft holen. Die Ruhe wurde durchbrochen als „Something’s Wrong“ erklang mit der Ansage „Die Welt ist verrückt, vorher ging es um Geld und jetzt ist Corona da“ und was die Band zeigte war super. Sie funktionierte wie ein Schweizer Uhrwerk. Bei „Saturday Night“ wurden die Zuschauer aufgefordert die Worte „Too Late For Love On Saturday, Too Late For Love On Saturday Night“ mitzusingen. Anschliessend kündigte Sandy mit „Free“ das letzte Lied an. Das fanden die Zuschauer nicht so toll, aber machten mit. Eigentlich hätte jetzt der Auftritt vorbei sein sollen, aber es wurde nach einer Zugabe verlangt. Die wurde gespielt mit „Loss Of Control“ und nachher verabschiedeten sich die Bandmitglieder Sandy, Freddy, Bruno, Hene und Markus vom Publikum. Sie zeigten eine grossartige Darbietung und hinterliessen einen tollen Eindruck. Setliste Relayer Loss Of Control Mistery Woman Woman In Black Flying High Only U Way Of The World Dark Times Something‘s Wrong The Truth Monster Gimme One More Night Don’t Stop Saturday Night Free Loss Of Control Nun waren die Auftritte vorbei und die letzte Veranstaltung vom Klangvoll im Rockfact Team endete. Die Band baute ihr Equipment auf der Bühne ab und brachte es nach draussen in den Lieferwagen. Es war ein schöner Abend im Rockfact Music Club. Ein paar Besucher mehr wären toll gewesen. Ich möchte mich gerne bei den beiden Soundmischern Jerry Thomas Ferrat und Tobias Schäublin für den erstklassigen Sound am heutigen Abend bedanken. Livebericht von Dominic Latscha